Gegen jegliche Gewalt

Die AfD gegen jegliche Gewalt, zumindest, solange sie gegen sie selbst gerichtet ist, versteht sich.

Vor einigen Tagen wurde der AfD Politiker Frank Magnitz, der für die AfD im Bundestag sitzt, in Bremen brutal zusammengeschlagen und dabei äußerst schwer verletzt.

Gleich vorab: Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung ist nicht in Ordnung und zu verurteilen. Den Tätern muss schnellstmöglich mit aller gebotenen Härte des Rechtsstaates das Handwerk gelegt werden. Das ist völlig unstrittig und steht nicht zur Debatte. Gewalt darf nicht das Mittel der politischen Auseinandersetzung sein, völlig egal, gegen wen sie gerichtet ist und von wem sie ausgeht.

Nun muss ich zugeben, dass der Neandertaler in mir einen doch sehr unrühmlichen ersten Gedanken hatte, als ich zum ersten Mal von der Tat hörte. Nein, es war keine Freude und auch kein “Geschieht den Hasspredigern gerade recht!”, ganz so verroht und abgestumpft bin ich dann doch noch nicht. Aber es fiel mir schwer, Verwunderung darüber zu empfinden. Magnitz ist dem rechten Flügel der AfD zuzuordnen (wenngleich gerade bei der AfD nun natürlich die Frage aufkommt, welcher Teil davon denn nicht rechts sei), wähnt sich gerne nahe bei Björn Höcke und ihm werden Verbindungen zur identitären Bewegung nachgesagt. Der Verfassungsschutz beobachtet jene Bewegung, deren Anhänger er in seinem Abgeordnetenbüro beschäftigt und deren Aktionen er in einem Interview einst als “sehr gut, sehr witzig und gewaltfrei” bezeichnet hatte. Magnitz ist, soviel Realitätsbewusstsein muss sein dürfen, mithin einer der Gründe, aus denen ich die AfD insgesamt für einen Haufen von gefährlichen Rechtsextremen halte. Zwar hat auch er nicht verdient, was da nun mit ihm geschehen ist, aber gewundert hat es mich überhaupt nicht. Wer Hass sät, wird irgendwann Hass ernten und wer Gewalt billigt, fordert und eventuell sogar fördert, der kann sich nicht allen Ernstes wundern, wenn er dann auch irgendwann von ihr betroffen ist.

Während Herr Magnitz nun also im Krankenhaus liegt und hoffentlich einer vollständigen, raschen Genesung entgegensehen darf, lässt die AfD natürlich wieder keinerlei Zeit verstreichen, um aus der Sache Kapital zu schlagen. In einem absurden, verlogenen Facebookpost schrieb die Partei vor rund 15 Stunden:

Das ist schlichtweg gelogen, liebe AfD.

Euch schwappte eine Welle an Solidaritätsbekundungen und Genesungswünschen entgegen, wie ich sie angesichts Eures Verhaltens, welches ich nach wie vor zutiefst verachtenswert und verabscheuungswürdig finde, gleichermaßen als beeindruckend und überraschend empfand.

Zahllose Politiker und Privatpersonen haben im Netz Ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht und nochmals explizit darauf gepocht, dass Gewalt niemals Mittel der politischen Auseinandersetzung sein darf und die Täter hoffentlich schnellstmöglich gefunden und mit der gebotenen Härte des Gesetzes bestraft werden. Ich will nur einige, wenige Beispiele nennen:

Wer mehr lesen mag, kann dies hier selbst suchen:

https://twitter.com/search?q=magnitz&src=typd

Teilweise selbst von Menschen, gegen die gerade die AfD zuweilen verbal alles Andere als glimpflich vorgegangen war.

Dies alles, während einige Idioten aus Eurem Drecksverein nach wie vor Jagd auf mißliebige Andersdenkende, Andersfarbige, Andersgläubige, Anders”rassische” machen wollen, nach Afrika zu Schießübungen fliegen und mit Bilder mit Macheten auf dem Tisch machen und in ihren Äußerungen üblicherweise so gar keine Probleme mit Gewalt in der politischen Auseinandersetzung haben. Solange sie eben nicht gegen Euch selbst gerichtet ist, versteht sich. Dann ist Gewalt Teufelswerk, abscheulich, schockierend und feige. Ihr seid nichts weiter als ein verlogener, verkommener Haufen von Heuchlern, derentwegen man sich schämen könnte, dieselbe Nationalität zu teilen.

Sich jetzt hinzustellen und, wie Alice Weidel und andere AfD Mitglieder die mediale Berichterstattung zur AfD als “alltägliche Hetze gegen die AfD, für die Medien und Politiker der Altparteien verantwortlich zeichnen” zu bezeichnen und dies als den Hauptgrund für den Angriff auf Herrn Magnitz hinzustellen, ist über die Maßen pietätlos, absurd und opportunistisch. Sämtliche Großparteien und ein Großteil jener, die die AfD gerne eingelagert, gejagt oder entsorgt sähe, haben genug Anstand besessen, sich von Gewalt und Brutalität zu distanzieren und Herrn Magnitz eine schnelle Genesung zu wünschen. Nur die AfD muss natürlich wieder aus der Reihe fallen. Bei ihrem eigenen Mitglied obendrein.

Wäre ich AfD Mitglied, ich würde mich schämen.

Nachtrag, 09.01.2018 17:32

Wie mittlerweile bekannt wurde, soll es wohl eher so gewesen sein, dass 3 Unbekannte Herrn Magnitz zwar gefolgt sein sollen und es wohl auch durchaus zu einer Attacke gekommen sein soll, die schweren Verletzungen allerdings aus dem daraus resultierenden Sturz hervorgingen und nicht durch brutale Prügel. Auch die initiale Attacke, das sollte klar sein, ist natürlich immer noch nicht in Ordnung und zu verurteilen. Die neuesten Erkenntnisse ändern nichts an der Grundaussage, das Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht in Ordnung ist.

 

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